ATELIER AUSSTELLUNGEN ÖFFENTLICHER RAUM INSTALLATIONEN AKTUELLES
 
Labrys

7.11. – 7.12.99

Volker-Johannes Trieb zitiert, als Chiffre für den Januskopf Leben, die Labris, die antike Doppelaxt, bedrohlich für ihren Träger wie für dessen Gegner, und, als Chiffre der Fruchtbarkeit der Umwege, die der Mensch zeitlebens zu sich selbst unternimmt, weil er ein Mensch ist, Stilmerkmal der kretisch-minoischen Klassik, die das Labyrinth der Labyrinthe gebar  –  und mit ihm den Minotaurus, als Teil der Psyche seiner Opfer. Amphoren. Trinkpokale. Tontafeln, frei an Decke oder Stahlgestell gehängt, zu vielfältig bewegtem Davor, Dahinter, Dazwischen, Daneben und Hindurch. Papyrushalm. Delphin. Spirale  –  nicht zuletzt hintersinniger Verweis auf die Töpferscheibe Leben.

Volker-Johannes Triebs meditative Archaismen widersprechen dem Klischee, jedes Labyrinth berge einzig Verhängnis. Denn was ist ein Labyrinth? Einzig ein Ort rettungsloser Verirrtheit? Einzig ein Ort der Angst  –  vor der Macht des eigenen Un- und Unterbewußten? Volker-Johannes Trieb zeigt: Ein Labyrinth ist (auch) ein Ort, sich selbst zu begegnen. Gewiß, die Gefahr des Abirrens besteht. Doch nur, wer zu sich selbst aufbricht, gleich in welche Richtung, findet Wege zu sich selbst  –  weil er aufgebrochen ist.

Fortsetzung
PROJEKTE VERANSTALTUNGEN MEDIEN EDITIONEN KONTAKT / IMPRESSUM