 |
Geht Volker-Johannes Trieb ins größere
Format, wird die Abstrahierung stärker. Bei drei schmalen
Eisenbändern etwa, auf deren oberen Enden keramische
Stierköpfe sitzen - wie Totems. Bei den liegenden Figuren,
die aus der zufällig entstandenen Krümmung vierkantiger
Walzstahlelemente den langgestreckten oder sich windenden
Rumpf eines gestürzten Stieres machen. Signalhafte Reduktion
auf ein Minimum an Form - der Schädel auf die dreieckige
Fläche einer schweren Keramikplatte geschrumpft. Das
Abbild des Stiers wird zur symbolhaften Andeutung, die animalische
Körperlichkeit zur künstlerischen Form.
Das Rahmenprogramm zielt auf einen Brückenschlag
vom Denken zum Empfinden: Ludwig Ullmann hält einen Diavortrag
über den Stier bei Picasso. Harff-Peter Schönherr,
Manfred Pomorin und Michael Schütte inszenieren die multimediale
Performance "Mythos Stier - Tod in der Arena". Die
Sopranistin Sonia Jover-Comas singt, am Klavier begleitet
von Thorsten Roth, klassische und folkloristische Lieder von
Komponisten wie Albeniz und de Falla.
|
 |