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Not then, not now, not ever

White root

Temporäres Mahnmal

2020

 

2020 jährt sich das Ende des Zweiten Weltkriegs zum 75 Mal.

 

 „White root“ nimmt diese Zeitspanne zum Anlass, den Betrachter mit einem Zeitzeugen zu konfrontieren, geschossverwundet in der Schlacht um die Seelower Höhen im April 1945: dem Wurzelteller eines großen, alten Baumes, weiß bemalt. 

 

 Der Wurzelteller stammt von den Seelower Höhen. In „White root“ wird er zur mobilen, temporären Installation, als Friedensmahnung. 

 

 Als initialer Standort wäre die Treppe zum Berliner Reichstagsgebäude ideal, denn dieses Gebäude war das finale, symbolische Ziel des Vormarschs der Roten Armee auf Berlin, dessen Auftakt die Schlacht um die Seelower Höhen war. Anschließend könnte „White root“ in Moskau zu sehen sein, auf dem Roten Platz, nahe dem Kreml.

 

Der deutsch-russische Konflikt, für den die Herkunft des Wurzeltellers konkret steht, ist dabei als Symbol für alle bewaffneten Konflikte zu verstehen, zwischen allen Staaten, überall, zu allen Zeiten.

 

 

 

Die Wurzel selbst ist ein Symbol:  für das Leben an sich, für die Her- und Zukunft  von uns allen, für die deutsche-russischen, gemeinsam europäischen Wurzeln. Sie ist also nicht nur ein Überrest, sie ist eine Hoffnung, eine Verheißung – auf immerwährenden Austrieb neuen Daseins.

 

Hinzu kommt, ebenfalls als Hoffnungsträger, als Verheißung, die Farbe Weiß. Als Summe aller Farben des Lichts steht auch sie für ein gemeinschaftliches Alles. Zugleich steht das Weiß für innere Rein- und Helligkeit, für den Neuanfang, die Unschuld, das Gute und das Glück, für das Wissen und die Wahrheit, für Neutralität, für Heilung und Erleuchtung, für die Abwesenheit von Kampf, für die Erklärung von Frieden. Das Weiß, als Licht, stellt sich der Düsternis entgegen, macht Verborgenes sichtbar.

 

„White root“ funktioniert als Zeitzeuge, der für sich selber spricht. Die Wurzel kann mit einem Schriftzug versehen werden, einer Abwandlung der Vorrede von Erich Maria Remarque zu „Im Westen nichts Neues“: 

 

„Diese Wurzel soll weder eine Anklage noch ein Bekenntnis sein. Sie soll nur den Versuch machen, über eine Generation zu berichten, die vom Kriege zerstört wurde – auch wenn sie seinen Granaten entkam.“

 

 

 

ATELIER TRIEB